Warum Zugkraftkontrolle im Flexodruck wichtig ist
Flexodruck, kurz Flexo, ist ein Rotationsverfahren, bei dem eine kontinuierliche Materialbahn mit hoher Geschwindigkeit durch die Presse läuft. Etiketten, flexible Verpackungen und Faltschachteln sind typische Aufträge. Da die Bahn nie zum Stillstand kommt, muss die Presse sie von der Abwickelrolle bis zur Aufwickelrolle unter ständiger Kontrolle halten. Diese Kontrolle wird Bahnzugkraft genannt, und sie entscheidet mehr über die endgültige Druckqualität, als die meisten Käufer ahnen.

Was die Zugkraft tatsächlich bewirkt
Die Zugkraft ist die Spannung, die auf die Bahn ausgeübt wird, während sie zwischen den Walzen läuft. Bei zu geringer Zugkraft hängt die Bahn durch oder läuft seitlich weg, sodass die Farben nicht an der richtigen Stelle landen. Bei zu hoher Zugkraft dehnt sich das Material; dünne Folien können sich sogar dauerhaft verformen. In beiden Fällen produziert die Presse Ausschuss statt verkaufsfähiger Ware.
Passgenauigkeit hängt von gleichmäßiger Zugkraft ab
In einer Mehrfarben-Flexodruckmaschine fügt jedes Druckwerk eine Farbe über der vorherigen hinzu. Das Bild sieht nur dann richtig aus, wenn jede Farbe genau an der vorgesehenen Stelle sitzt, eine Eigenschaft, die Drucker als Register bezeichnen. Viele Pressen halten das Register innerhalb von etwa ±0,005 Zoll, ungefähr die Dicke eines Blattes Kopierpapier. Text bleibt nur in diesem Fenster scharf und Grafiken klar.
Instabile Zugkraft ist die häufigste Ursache für Registerdrift. Wenn sich die Bahn zwischen zwei Druckwerken dehnt oder entspannt, landet die zweite Farbe leicht versetzt zur ersten, und der Fehler wächst über die Auflage. Auf einer breiten Bahn kann der Drucker Dutzende Meter Material verwerfen, bevor er es bemerkt. Dieser Ausschuss schlägt sich im Endpreis nieder.
Geschwindigkeitsänderungen sind der schwierigste Teil
Die Pressengeschwindigkeit ändert sich während eines Auftrags ständig: beim Anfahren, beim Ankleben einer neuen Rolle und bei Inspektionsstopps. Jede Beschleunigung und Verzögerung verändert die Kräfte, die auf die Bahn wirken. Eine gut eingestellte Presse hält die Zugkraftschwankungen bei diesen Übergängen minimal, damit die Registerverschiebungen gering bleiben. Ältere Maschinen verlassen sich auf die Erfahrung des Bedieners mit Tänzerwalzen und Bremseneinstellungen. Moderne Pressen verwenden Kraftmessdosen und geschlossene Regelkreise, die die Zugkraft kontinuierlich messen und in Echtzeit korrigieren.
Worauf Käufer achten sollten
Die Zugkraftkontrolle ist in einem Druckmuster nicht sichtbar, aber Sie können die richtigen Fragen stellen. Fragen Sie nach der Registertoleranz der Presse und danach, wie die Druckerei die Zugkraft bei Geschwindigkeitsänderungen handhabt. Dünne Folien und dehnbare Etikettenmaterialien erfordern eine noch engere Kontrolle, da sich diese Materialien unter Last leicht verformen. Ein Drucker mit disziplinierter Zugkraftsteuerung liefert gleichbleibende Farben vom ersten bis zum letzten Meter, und weniger Fehler bedeuten niedrigere Stückkosten für Sie.