Druckwissen
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Faktoren für Farbabweichungen beim Sonderfarbendruck

Im Druckprozess tragen zahlreiche Faktoren zu Farbabweichungen bei der Sonderfarbenproduktion bei. Im Folgenden werden diese Faktoren detailliert analysiert:

1. Der Einfluss des Papiersubstrats

Die Auswirkung des Papiers auf die Farbe der Farbschicht zeigt sich hauptsächlich in drei Bereichen:

  • Papierweißgrad: Unterschiede im Weißgrad (oder in der Papiertönung) wirken sich direkt auf das visuelle Erscheinungsbild der Farbschicht aus. Bei Farben mit hoher Helligkeit ($L^* > 70$) können Unterschiede im Weißgrad erhebliche Anpassungen des Schwarzanteils in der Sonderfarbenrezeptur erforderlich machen.
  • Saugfähigkeit: Identische Farben weisen auf Substraten mit unterschiedlicher Saugfähigkeit unterschiedliche Glanzgrade auf. Die Faserstruktur und die Schichtdicke der Streichung bestimmen, wie viel Bindemittel aufgenommen wird. Ungestrichenes Papier führt im Vergleich zu gestrichenem Papier häufig zu einer matteren, stärker "abgedrifteten" Farbe, insbesondere bei Cyan- und Magentatönen.
  • Glätte und Glanz: Diese Eigenschaften bestimmen die Lichtreflexion. Auf glattem, hochglänzendem Papier wird das Licht gerichtet reflektiert, sodass der Betrachter die reine Farbe der Farbe sieht. Auf rauem Papier tritt diffuse Reflexion auf, wodurch sich weißes Licht mit dem farbigen Licht mischt, was die Sättigung verringert und die Helligkeit erhöht.Faktoren für Farbabweichungen beim Sonderfarbendruck

2. Auswirkungen der Oberflächenveredelung

Oberflächenbehandlungen wie Kaschierung (glänzend/matt) und Lackierung (Wasserlack/UV-Lack) verursachen sowohl physikalische als auch chemische Farbverschiebungen:

  • Physikalisch: Glänzende Veredelungen erhöhen die Farbdichte und Sättigung, während matte Veredelungen die gemessene Dichte aufgrund erhöhter Lichtstreuung verringern.
  • Chemisch: Organische Lösungsmittel in Klebstoffen und UV-Grundierungen können mit Farbpigmenten reagieren und Verfärbungen oder Verblassen verursachen.

3. Einfluss von Streckmitteln (Reduktionsmitteln)

Streckmittel sind farblose, transparente Pasten, die zur Verdünnung der Farbintensität verwendet werden. Die Zugabe von Streckmitteln verändert jedoch die Verteilung der Pigmentpartikel. Da die Scherkraft und der Druck von Labor-Andrucksystemen (z. B. IGT oder Ink Proofer) von denen tatsächlicher Druckmaschinen abweichen, entsteht häufig eine "systemische Farbabweichung" zwischen Farbkarte und dem endgültigen Druckprodukt.

4. Trocknungsrückgang (Dichteunterschied)

Frisch gedruckte Farbe (im nassen Zustand) erscheint immer lebendiger und hat eine höhere Dichte als getrocknete Farbe. Dies wird als Trocknungsrückgang bezeichnet. Während die Farbe verläuft und trocknet, verschiebt sich die Reflexion von gerichtet zu diffus, wodurch die Farbe matter erscheint.

  • Lösung: Die Verwendung eines Densitometers mit Polarisationsfilter kann die gerichtete Oberflächenreflexion eliminieren und liefert Nassmesswerte, die der endgültigen Trockendichte viel näher kommen.

5. Systemische Variablen

  • Emulgierung: Das Andrucken im Labor ist ein "trockener" Prozess, während der Offsetdruck ein "nasser" Prozess ist. Die Zugabe von Feuchtmittel führt zur Emulgierung der Farbe, was die Pigmentverteilung verändert und zu einem weniger lebendigen, "graueren" Erscheinungsbild führt.
  • Produktionsstabilität: Weitere Variablen wie Farbfilmstärke, Wägegenauigkeit, Maschinengeschwindigkeit, Wasser-Farbe-Gleichgewicht und der mechanische Zustand der Farbzonen spielen alle eine Rolle für die Farbkonsistenz.