Beseitigung von Moiré-Mustern durch unsachgemäße Handhabung im Siebdruck
Im Siebdruck können durch unsachgemäße Handhabung leicht zwei Arten von Moiré-Mustern entstehen: Überdruck-Moiré und Siebmuster-Moiré. In der Farbwiedergabe gilt seit langem, dass der Winkel zwischen zwei beliebigen starken Farben größer als 22,5° sein muss; fällt er unter 22,5°, treten Moiré-Muster auf.
I. Ursachen von Moiré-Mustern
Bei der mehrfarbigen Halbtonwiedergabe können durch unsachgemäße technische Handhabung zwei Arten von Moiré-Mustern entstehen: Überdruck-Moiré und Siebmuster-Moiré.
II. Methoden zur Beseitigung von Moiré-Mustern
1. Korrekte Abstimmung der Siebgewebefeinheit auf die Halbtonrasterweite
Je kleiner das Verhältnis von Gewebefeinheit zu Rasterweite, desto stärker das Moiré. Ein Verhältnis von mindestens 3,5:1 ist in der Regel erforderlich. International wird derzeit ein Verhältnis von 4,5:1 oder höher bevorzugt. In diesem Bereich ist eventuell auftretendes Moiré gering und liegt innerhalb akzeptabler Drucktoleranzen. Für den mehrfarbigen Halbtonsiebdruck wird üblicherweise ein Verhältnis von 5:1 oder höher gewählt. Bei diesem Verhältnis tritt bei standardmäßigem gerade gespanntem Gewebe oder gerader Plattenherstellung im Allgemeinen kein Moiré auf.
Der französische Experte Michel César führte umfangreiche Experimente zu den Ursachen und zur Beseitigung von Moiré im Halbtonsiebdruck durch. In Fällen, in denen das Verhältnis von Gewebefeinheit zu Rasterweite unzureichend war, verwendete er eine schräg gespannte Gewebemethode, um Moiré erfolgreich zu beseitigen. Er demonstrierte dies an zwei Beispielen:
Diese Methode ist sehr effektiv, ihr Nachteil ist jedoch der höhere Verbrauch an Siebgewebe.
2. Beherrschung korrekter Techniken der Plattenherstellung
Beim Gewebespannen muss auf die Oberflächenspannung des Siebrahmens genau geachtet werden. Schlechtes Spannen kann dazu führen, dass sich das Gewebe verformt, wellig oder geometrisch unregelmäßig erscheint, was zu lokalem Moiré führt. Das Gewebe muss streng nach Spezifikation gespannt werden. Zwei Siebsätze (vier Rahmen pro Satz) sollten gleichzeitig gespannt werden, alle einheitlich entsprechend den erforderlichen Druckabmessungen.
- Gerades Spannen (0°-Spannung): Die Gewebefäden verlaufen parallel zu den Rahmenkanten. Dies spart Gewebe und ermöglicht geringfügige Registerkorrekturen.
- Schräges Spannen: Kett- und Schussfäden des Gewebes werden in einem Winkel von ±4°–8° zu den Rahmenkanten gespannt. Alle vier Rahmen müssen übereinstimmende Gewebefeinheit und Spannung aufweisen. Der Nachteil ist der höhere Gewebeverbrauch; der Vorteil ist, dass die Gewebelinien perfekt parallel und rechtwinklig sind.
Zur Einsparung von Gewebe kann gerades Spannen in Kombination mit schräger Plattenbelichtung bei ±4°–8° verwendet werden: Bei der Belichtung wird das Filmpostiv schräg auf der Emulsionsoberfläche platziert und für die Belichtung fixiert, oder die Registereinheit des Drucktisches kann während des Druckens um einen entsprechenden Winkel gedreht werden.
Die korrekte Belichtungszeit muss ebenfalls kontrolliert werden. Aktuelle Verfahren verwenden Diazo-Photopolymer-Emulsionen, abgestimmt auf UV-Lichtquellen mit Wellenlängen von 365–420 nm. Die Belichtungsenergie ergibt sich aus Beleuchtungsstärke multipliziert mit der Zeit (H = E × t). Sowohl Gewebefeinheit als auch Gewebefarbe beeinflussen die Belichtungszeit:
- Höhere Gewebefeinheit → dünnere Emulsionsschicht → kürzere Belichtungszeit
- Niedrigere Gewebefeinheit → dickere Emulsionsschicht → längere Belichtungszeit
- Weißes Gewebe → kürzere Belichtungszeit
- Gefärbtes (farbiges) Gewebe → längere Belichtungszeit

3. Auswahl der richtigen Farben und Substrate
Farben sollten mit Bindemitteln ausgewählt werden, die mit dem Substratmaterial kompatibel sind. Die Pigmentpartikelgröße sollte fein sein, im Allgemeinen sollte die Pigmentpartikelgröße nicht mehr als ein Drittel des Sieböffnungsdurchmessers betragen; andernfalls kommt es zu Siebverstopfungen.
Substrate sollten eine glatte Oberfläche haben, die mit der Farbe kompatibel ist. Für die Materialqualität wird doppelt gestrichener Kunstdruckkarton empfohlen.
4. Korrekte Auswahl der Halbton-Siebdruckwinkel
Die Wahl der Siebdruckwinkel ist entscheidend für die Vermeidung von Moiré, die Erzeugung visuell ansprechender Punktmuster und die Erzielung einer genauen Farbwiedergabe. Die herkömmlich zugewiesenen Siebdruckwinkel sind 0°, 15°, 45° und 75°.
Ein alternativer Ansatz, der verwendet wird, wenn das Verhältnis von Gewebefeinheit zu Rasterweite unzureichend ist, besteht darin, schräges Spannen oder schräge Plattenbelichtung einzusetzen. Dies stellt sicher, dass weder Siebmuster-Moiré (zwischen Film und Gewebe) noch Überdruck-Moiré (zwischen Farbauszügen) auftritt.
- 45° , Bester Einzel-Siebdruckwinkel; wird im Allgemeinen der dominanten (Schlüssel-)Farbe zugewiesen
- 75° und 15° , Werden den starken Farben zugewiesen
- 0° (90°) , Wird der schwächsten Farbe zugewiesen, typischerweise Gelb
5. Auswahl der geeigneten Punktform
Je nach Tonwertverteilung in den Mitteltönen und Schatten des Originalbildes sollten unterschiedliche Punktformen gewählt werden:
| Tonwertcharakter | Empfohlene Punktform |
|---|---|
| Reiche Mitteltöne | Elliptische (rautenförmige) oder runde Punkte |
| Reiche Schatten | Quadratische Punkte |
| Minimale Schatten | Runde Punkte |
| Allgemein / populär | Elliptische (rautenförmige) Punkte |