Druckwissen
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Der Einfluss der Ausschießtechnik in der Druckvorstufe auf die Bindequalität von Buch- und Zeitschriftendruck

Viele kritische Details des Druckproduktionsprozesses werden bereits in der Ausschießphase der Druckvorstufe festgelegt, darunter die Vereinheitlichung von Beschnitt- und Passermarken für verschiedene Aufträge, die Reservierung von Bund- und Fräsrand, die Standardisierung von Prozessmarken sowie der Umgang mit überformatigen und angeschnittenen Bildern.

Bei rückstichgehefteten Produkten muss zudem auf Seitenverschiebung (Creep) sowie auf die Konsistenz von Seitenzahlen, Kolumnentiteln und Satzspiegelpositionen über die gesamte Publikation geachtet werden.
Als wesentlicher Schritt bei der Umsetzung von Produktionsprozessen beeinflussen Vollständigkeit und Genauigkeit des Ausschießens direkt die Qualität der nachfolgenden Bindung und Weiterverarbeitung.Falzung

1. Genauigkeit der Layoutvorlagen und Falzqualität

Die Layoutvorlage (Ausschießbogen) dient als Grundlage für das manuelle Ausschießen, und ihre Zeichengenauigkeit wirkt sich direkt auf die Seitenzahlausrichtung, die Positionierung des Satzspiegels, die Kolumnentitel und die Passgenauigkeit überformatiger Bilder nach dem Falzen aus.
Die Vorlage muss sauber und präzise gezeichnet werden, mit exakten Maßen. Die Diagonalabweichung sollte auf 1 mm begrenzt werden.
Vorlagen sollten auf relativ starkem Papier erstellt und in einer feuchtigkeitsgeschützten Umgebung aufbewahrt werden. Vor der Verwendung sind die Maße sorgfältig zu prüfen. Grundsätzlich sollten Vorlagen nach Bedarf gezeichnet und nicht über lange Zeiträume wiederverwendet werden, um Verformungen und damit verbundene Genauigkeitsverluste zu vermeiden.

2. Umgang mit überformatigen und angeschnittenen Bildern

Beim Ausschießen überformatiger Bilder muss eine korrekte Ausrichtung von oben nach unten gewährleistet sein, und es ist ausreichend Zugabe für den Bundsteg, die Fräskante und den Klebbereich des Buchrückens vorzusehen, um zu verhindern, dass wichtige Bilder oder Texte beim Binden verdeckt werden.

Die beim Ausschießen reservierten Fräs- und Bindezugaben müssen mit der tatsächlichen Frästiefe beim Binden übereinstimmen, um eine präzise Bildausrichtung über die Seiten hinweg zu gewährleisten.

Bei klebebindungsgebundenen Produkten wird die Frästiefe in der Regel auf 2,0–3,5 mm ausgelegt. In der Praxis kann die Frästiefe aufgrund von Papierformatbeschränkungen leicht reduziert werden, solange die Falzbögen vollständig gefräst werden.

In der Praxis gilt als Kriterium, dass die innerste Seite des Falzbogens fest gebunden sein muss:
  • Bei dreifach gefalzten Falzbögen beträgt die Frästiefe typischerweise 1,5–2,0 mm;
  • Bei vierfach gefalzten Falzbögen werden 2,0–2,5 mm empfohlen;
  • Bei Büchern mit dickem Buchblock sollte bereits bei der Druckplattenerstellung eine größere Fräszugabe berücksichtigt werden.
Wichtige Inhalte sollten nicht zu nah an die Beschnittkante gesetzt werden; ein Mindestsicherheitsabstand von 3 mm wird empfohlen. Angeschnittene Bilder müssen zusätzliche Beschnittzugabe enthalten, um das nachträgliche Schneiden in der Weiterverarbeitung zu erleichtern.

3. Anpassung der Seitenverschiebung bei rückstichgehefteten Produkten

Beim Ausschießen großer Bogen müssen Papierdicke, Anzahl der Falzungen und die Steckfolge der Falzbögen berücksichtigt werden, da diese Faktoren die Seitenposition beeinflussen.
Bei rückstichgehefteten Produkten muss für die inneren Falzbögen eine geeignete Kompensation der Seitenverschiebung vorgenommen werden, um eine konsistente Ausrichtung von Seitenzahlen und Satzspiegel nach dem Binden zu gewährleisten.

Beispielsweise wird bei einem 16°-rückstichgehefteten Produkt mit drei Falzbögen auf 70 g/m² Papier die Seitenverschiebung üblicherweise pro Falzbogen ausgeglichen:
  • Der zweite Falzbogen wird um 1 mm zum Bundsteg hin nach außen verschoben;
  • Der dritte Falzbogen wird um 2 mm nach außen verschoben.
Bei fadengehefteten Produkten mit einer 8-Seiten-über-8-Seiten-Struktur oder bei großen Falzbögen, die aus zwei Druckbogen pro Falzbogen auf Rollenoffsetmaschinen vom Typ WD-B bestehen, sollten auch die inneren acht Seiten eine entsprechende Anpassung der Seitenverschiebung erhalten, um eine korrekte Ausrichtung zwischen inneren und äußeren Seiten sicherzustellen.

4. Grundsätze für die Festlegung von Prozessmarken

Prozessmarken sollten standardisiert und vollständig sein, mit dem vorrangigen Ziel, Druck- und Bindevorgänge zu erleichtern. Sie sollten klar, prägnant und leicht zu identifizieren sein.
Wenn Umschläge, Textseiten und Farbbeilagen separat belichtet werden, sollten dieselben Greifer- und Seitenanschlagpositionen verwendet werden, und die Falzmarken müssen konsistent bleiben.
Bei Doppelnutzen-Produkten müssen obere und untere Ausschießmarken klar unterschieden werden.

Bei Serienprodukten mit ähnlichen Formaten sollten deutliche und leicht erkennbare Zeichen im Rückentext oder in Identifikationsmarken hinzugefügt werden, um Verwechslungen beim Zusammentragen und Binden zu vermeiden.