Schön- und Widerdruckmaschine
Die meisten Bogendruckmaschinen bedrucken pro Durchgang eine Seite eines Bogens. Der gesamte Papierstapel muss gewendet und erneut durch die Maschine geführt werden, um die Rückseite zu bedrucken. Eine Schön- und Widerdruckmaschine erledigt dies jedoch in einem einzigen Arbeitsgang. Der Prozess, bei dem mindestens eine Farbe auf beiden Seiten eines Bogens in einem Durchgang gedruckt wird, wird als Schön- und Widerdruck bezeichnet. Jede Maschine, die dazu in der Lage ist, wird als Schön- und Widerdruckmaschine oder Perfector bezeichnet.
Der häufigste Typ ist der umstellbare Perfector, dargestellt in Abbildung 3-5. Er verwendet spezielle Wendetrommeln, die das Papier zwischen den Druckwerken umdrehen, sodass das zweite Werk die gegenüberliegende Seite bedrucken kann. Dieses Design ermöglicht eine vielseitige Ausgabe. Eine Zweifarben-Perfector-Maschine kann beispielsweise entweder zwei Farben auf einer Seite (2/0) oder eine Farbe auf jeder Seite (1/1) in einem einzigen Durchgang drucken. Maschinen mit vier oder mehr Werken bieten weitere Kombinationen, etwa eine Sechswerk-Perfector-Maschine mit 6/0 oder 4/2, abhängig von der Werkskonfiguration und der Position der Wendetrommel.

Ein weiterer, weniger verbreiteter Typ ist die Bogendruckmaschine mit Gummi-auf-Gummi-Schön- und Widerdruck. Hier stehen sich die Gummitücher zweier Druckwerke direkt gegenüber, wobei das Papier zwischen ihnen hindurchläuft. Dadurch entfällt der Gegendruckzylinder, da jedes Gummituch als Gegendruckfläche für das andere dient. Dieses Verfahren ist bei den meisten Rollenoffsetmaschinen Standard.
Nachhaltigkeit bleibt ein wesentlicher Treiber, da effiziente Schön- und Widerdruckmaschinen den Papierabfall und den Energieverbrauch pro Bogen reduzieren. Diese technischen Verbesserungen unterstützen die Nachfrage nach kürzeren Auflagen und schnelleren Durchlaufzeiten sowohl im kommerziellen Druck als auch im Buchdruck.