Druckwissen
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Probleme mit Offsetdruckfarben

Probleme im Offsetdruck sind häufig Wechselwirkungsprobleme, die aus Mängeln bei Papier, Farbe, Druckmaschine und operativen Faktoren entstehen. Eine Anpassung an der Maschine kann eine vorübergehende Lösung bieten, doch das Problem tritt später erneut auf oder zeigt sich als scheinbar anderes Problem.

Auch wenn die Farbe nicht die Hauptursache ist, ist ihre Modifizierung oft praktischer als der Wechsel des Papiers oder der zu bedruckenden Form. Zum Beispiel wird ein Pickproblem auf grenzwertig geeignetem Papier, verursacht durch falsche Farbfilmstärke, oft durch Weichmachen der Farbe behoben, statt den Bedruckstoff zu ersetzen oder die Volltonflächen zu reduzieren.

Die Mehrheit der farbbezogenen Probleme resultiert typischerweise aus zwei Faktoren: (1) Farbe, die mit dem Papier nicht kompatibel ist, und (2) übermäßige Azidität oder Feuchtung. Diese Bedingungen zerstören oder reduzieren den Trockner der Farbe, und übermäßige Azidität kann zu Tinting und Plattenblindung führen.

Farbe im Nichtbildbereich umfasst eine Vielzahl von Problemen, von denen einige leicht verwechselt werden (siehe Abbildung 5-15).
Farbe im Nichtbildbereich

Punktzuwachs, Schmitz und Doppeldruck vergrößern die bedruckte Fläche auf dem Papier und verändern die Farbe im Prozessdruck. Mit Ausnahme des Punktzuwachses durch übermäßige Farbe oder übermäßig weiche Farbe werden diese üblicherweise nicht als Farbprobleme eingestuft.

Catch-up, Tinting, Toning und Scumming sind Farbe/Platte/Feuchtungs-Probleme, die oft an der Maschine korrigiert werden können. Catch-up oder Dry-up beschreibt Farbe im Nichtbildbereich aufgrund entweder unzureichender Plattenfeuchtung oder einer im Verhältnis zum Feuchtungsniveau übermäßig dicken Farbschicht. Tinting oder Toning resultiert aus in der Feuchtlösung emulgierter Farbe, während Scumming ein dauerhaftes Bild, meist Flecken, im Nichtbildbereich ist. Der Nassdaumen-Test hilft, diese zu unterscheiden: Der Bediener stoppt die Maschine, legt einen angefeuchteten Finger auf den Nichtbildbereich der Platte und beobachtet das Verhalten der Farbe.

Scumming kann gleichzeitig aus mehreren Quellen stammen, einschließlich der Farbe. Mögliche Ursachen sind Film und Filmverarbeitung, Platten und Plattenverarbeitung, Feuchtlösung, Beleuchtung, Maschineneinstellung, Papier oder Farbe.

Farbe kann Scumming aus mehreren Gründen verursachen. Die Zugabe von Ölsäure zur Farbe kann eine scummige Platte erzeugen. Unkontrollierte Änderungen bei Pigment- oder Harzbehandlung können ebenfalls Probleme verursachen. Unsachgemäßes Mahlen, das Grit in der Farbe hinterlässt, beschleunigt den Plattenverschleiß und führt zu Scumming und/oder Plattenblindung.

Piling in Bildbereichen bezeichnet die Ansammlung von Farbpigment oder Papierstreichmittel auf dem Gummituch oder der Platte. Die Hauptursache ist Farbkürze, die aus der Emulgierung mit Wasser und der Verdünnung mit Papierstaub, Pigment oder anderen Rückständen resultiert.

Eine emulgierte Farbe wird kurz. Schlecht gemahlene oder gritthaltige Farbe neigt ebenfalls zur Kürze. Die Zugabe von Pigment oder Staub aus dem Papier verschärft das Problem. Wasser mischt sich an den Auftragswalzen in die Farbe, während Papierstaub und Rückstände am Gummituch hinzukommen, wo Piling am stärksten auftritt.

Das Gummituch spielt neben Farbe und Papier eine entscheidende Rolle beim Piling. Eine sehr glatte Gummituchoberfläche bildet eine feste Bindung mit dem Papier und zieht Staub und Pigment von dessen Oberfläche. Der Wechsel zu einem raueren Gummituch kann helfen, doch die Zugabe eines Nonpiling-Additivs (eine Glykol- oder Wachsemulsion) zur Feuchtlösung kann ebenfalls die Gummituchfreigabe verbessern und Piling beheben. Diese Additive sollten von Lieferanten für Druckereien bezogen werden.

Piling in Nichtbildbereichen, bekannt als Dusting oder Milking, erscheint als weiße Flecken, die sich auf den Nichtbildbereichen des Gummituchs ansammeln. Es tritt auf, wenn die Papieroberfläche oder das Streichmittel in der Feuchtlösung gelöst wird, und verschlimmert sich, während der Bogen durch die Maschine läuft (siehe Abbildung 5-16).
Quellen des Pilings

Linting, die Entfernung von Fusseln von ungestrichenen Papieroberflächen, ist im Allgemeinen ein Papierproblem, kann aber oft durch Farbmanipulation gemildert werden. Die Reduzierung der Farbklebrigkeit und die Erhöhung des Feuchtlösungsflusses sind zwei wirksame Methoden zur Verringerung von Linting.

Trapping-Schwankungen verursachen Farbinkonsistenz im Offsetdruck. Die Ursachen unterscheiden sich erheblich zwischen Trapping auf nasser Farbe und auf trockener Farbe. Nasses Trapping ist die Fähigkeit eines nassen Farbfilms, einen darüber gedruckten weiteren nassen Film anzunehmen, während trockenes Trapping die Fähigkeit eines trockenen Films ist, einen nassen Film anzunehmen.

Automatisierung und datengesteuerte Maschinensteuerungen helfen, traditionelle Wechselwirkungen zwischen Farbe und Papier zu mildern. Eine anhaltende Konzentration auf nachhaltige Praktiken beeinflusst zudem die Entwicklung von Farben und Bedruckstoffen, mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen zu reduzieren und gleichzeitig die Druckqualität zu erhalten.