Anwendung von Trapping- und Beschnittzugabe-Techniken in der Druckvorstufe
1. Trapping-Technik
Trapping bezeichnet eine Technik der Druckvorstufe, die angewendet wird, wenn im Design zwei oder mehr Farben überlappen. Bei der Herstellung der Druckplatten wird die Größe eines Farbbereichs relativ zu einem anderen geringfügig angepasst, abhängig von der Druckreihenfolge. Dadurch wird eine genaue Farbregisterhaltung beim Druck gewährleistet und es entstehen klarere, realistischere Bilder.
Beispielsweise besteht das häufig auf Verpackungen zu sehende Logo „China Environmental Protection“ aus Cyan, Gelb und Gold, die in dieser Reihenfolge gedruckt werden. In der Praxis kann beim Überlappen von Cyan und Gelb zu Grün bereits eine geringe Fehlausrichtung beim Druck zu unakzeptablen Fehlern und erheblichen Verlusten führen. Es mag einfacher erscheinen, eine Sonderfarbe (eine vorgemischte grüne Farbe) zu verwenden, um dieses Problem zu lösen, doch das ist nicht immer machbar. Druckmaschinen mit vier, sechs, acht oder sogar zehn Farbwerken können bereits vollständig ausgelastet sein. Eine weitere Farbe würde die Kosten erhöhen und den Druckprozess verkomplizieren.
In solchen Fällen ist die Anwendung der Trapping-Technik bei der Plattenherstellung eine wirksame Lösung. Durch eine geringfügige Verkleinerung (oder „Trapping“) der Cyan- oder Gelbplatte lassen sich Registerfehler minimieren und die endgültige Druckqualität verbessern.
Ebenso weisen viele Verpackungsdesigns Texte auf, die durch Mehrfarben-Überdruck entstehen. Obwohl es generell nicht empfohlen wird, für Texte eine Farbseparation zu verwenden, da bereits ein Registerfehler von 0,1 mm vom menschlichen Auge leicht erkannt wird, sind Mehrfarben-Texteffekte aus künstlerischen Gründen manchmal erforderlich. In diesen Fällen können Trapping-Anpassungen im Plattenherstellungsprozess die Schwierigkeit einer präzisen Farbregisterhaltung wirksam verringern.
2. Beschnittzugabe-Technik
Die Beschnittzugabe-Technik gewährleistet die Maßhaltigkeit von Druckprodukten nach der Druckweiterverarbeitung. Bei der Farbseparation und Plattenherstellung werden bestimmte Farbbereiche bewusst um einen kleinen Betrag über die ursprüngliche Designgrenze hinaus erweitert.
Moderne Verpackungsprodukte durchlaufen nach dem Druck oft mehrere Weiterverarbeitungsschritte, wie Kaschierung, Lackierung, Stanzung und, bei flexiblen Verpackungen, Kaschierung und Beutelherstellung. Jeder dieser Schritte kann geringe Maßabweichungen zwischen Design und Endprodukt verursachen. Daher ist die Anwendung geeigneter Beschnittzugaben erforderlich, um die Genauigkeit zu erhalten.
Viele Designs flexibler Verpackungen weisen beispielsweise vollflächige Hintergrundfarben auf. Um sicherzustellen, dass Maßabweichungen bei Kaschierung, Längsschneiden und Beutelherstellung keine weißen Ränder erzeugen, wird die Hauptplatte der Hintergrundfarbe beim Gravieren üblicherweise um etwa 1,5–3 mm nach außen erweitert. Dadurch erfüllt das Endprodukt nach allen Verarbeitungsschritten die visuellen und maßlichen Anforderungen.