Analyse der schlechten Farbübertragung im Offsetdruck
Warum erscheint Pulver auf den Farbwalzen und führt zu schlechter Farbübertragung?
Im Offsetdruck sind Wasser und Farbe zwei wesentliche Stoffe, die an der Farbübertragung beteiligt sind. Wasser bezeichnet die Feuchtlösung, Farbe die Offsetdruckfarbe. Nur wenn sowohl Wasser als auch Farbe ordnungsgemäß übertragen werden, lassen sich hochwertige Druckerzeugnisse herstellen. Die Wasser-Farbe-Übertragung wird jedoch von vielen Variablen beeinflusst, was ihre Steuerung zu einem der anspruchsvollsten Bereiche des Offsetdrucks macht. Ein häufiges Problem in der Produktion ist das Auftreten von Pulver auf den Farbwalzen, das zu schlechter Farbübertragung führt.
Der Begriff "Pulver auf den Farbwalzen" bezeichnet eine Situation, in der nach längerem Betrieb der Druckmaschine pulverartige Partikel auf den Farbwalzen erscheinen. Dadurch lagert sich Farbe an unerwünschten Stellen ab, etwa auf den Farbauftragswalzen, oder es kommt sogar zur Entfärbung der Walzen, was eine schlechte Farbübertragung verursacht. Dieser Druckfehler ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die pulverartigen Partikel auf den Walzen entweder hydrophobe (farbeanziehende) oder hydrophile (wasseranziehende) Eigenschaften besitzen. Doch was genau sind diese pulverartigen Partikel, und woher stammen sie?
Im Offsetdruck sind die Hauptstoffe, die kontinuierlich in die Druckmaschine gelangen, der Bedruckstoff, die Farbe und die Feuchtlösung. Daher müssen diese pulverartigen Partikel entweder direkt oder indirekt über diese Materialien in das Farb-Wasser-Übertragungssystem gelangen.
Im Allgemeinen können pulverartige Partikel direkt in das Farb-Wasser-System eingebracht werden, wenn die Oberflächenqualität des Bedruckstoffs schlecht ist. Wenn beispielsweise die Papieroberfläche eine große Menge Papierstaub oder andere Partikel trägt, können diese Verunreinigungen während des Druckvorgangs in das Farb-Wasser-System übergehen und das Problem "Pulver auf den Farbwalzen" verursachen. Die Lösung besteht darin, den Bedruckstoff durch saubereres Material zu ersetzen. Wenn die Papieroberfläche sauber ist, die Beschichtung des Papiers jedoch keine ausreichende Dichte aufweist, kann während des Druckvorgangs Pulverabrieb auftreten. Dieses Pulver kann über die Druckplatte in das Farb-Wasser-System gelangen und ähnliche Probleme verursachen. In diesem Fall lässt sich das Problem durch Reduzierung der Maschinengeschwindigkeit, Verringerung der Farbviskosität oder Verwendung hochwertigeren Papiers beheben.
Neben der direkten Einbringung pulverartiger Partikel aus dem Bedruckstoff kann auch eine chemische Reaktion zwischen der Feuchtlösung und der Farbe zur Bildung von Calciumausfällungen führen, wodurch indirekt pulverartige Partikel in das System gelangen.
Der Hauptbestandteil der Feuchtlösung ist Wasser, und die Wasserhärte variiert je nach Region. Weiches Wasser hat üblicherweise eine Härte von 0-30 ppm, hartes Wasser eine Härte über 60 ppm. Bei höherer Wasserhärte (d. h. bei höherem Calciumionengehalt) können Calciumionen (Ca²⁺) mit dem Harz in der Farbe zu Calciumseifen reagieren. Wenn diese mit der Säure in der Feuchtlösung in Kontakt kommen, können Calciumsalze wie Calciumcitrat oder Calciumphosphat entstehen. Calciumseifen sind hydrophob und führen zu Farbablagerungen an unerwünschten Stellen, was eine Kristallisation der Walzen und eine schlechte Wasser- und Farbübertragung verursacht. Calciumsalze sind hingegen hydrophil, was die Farbübertragung behindert und zur Entfärbung der Walzen führen kann.
Die Lösung für dieses Problem besteht darin, bei der Zubereitung oder Verdünnung der Feuchtlösung weiches Wasser mit niedrigem Calciumionengehalt zu verwenden. Die Auswahl von Feuchtlösungen, die Calciumablagerungen wirksam reduzieren, trägt ebenfalls dazu bei, die negativen Auswirkungen übermäßiger Calciumionen zu mindern.